„Legal Highs“ – moderne Designerdrogen und ihre Risiken

Was hinter dem Begriff steckt

„Legal Highs“ sind synthetische Substanzen, die häufig als harmlose Produkte wie Badesalze, Reiniger oder Räuchermischungen verkauft werden. Die Verpackungen tragen Warnhinweise wie „nicht für den menschlichen Konsum geeignet“ – ein reiner Trick, um den tatsächlichen Zweck zu verschleiern.

Obwohl diese Produkte oft als legal beworben werden, enthalten sie meist künstlich hergestellte Cannabinoide oder Stimulanzien, deren Wirkung der von bekannten Drogen ähnelt oder sie sogar übertrifft.

„Die Kräutermischung wirkte wie ein Joint, doch die gängigen Drogentests schlugen nicht an.“

Synthetische Cannabinoide – die versteckten Wirkstoffe

Erstmals wurden 2008 in der Mischung „Spice“ neue synthetische Cannabinoide entdeckt, darunter JWH‑018 und CP‑47,497. Diese Stoffe ähneln THC, sind jedoch künstlich hergestellt und oft deutlich potenter.

Chemiker verändern die Molekülstruktur minimal, um neue Varianten zu erzeugen, die noch nicht im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) erfasst sind. Dadurch entsteht ein ständiges Katz‑und‑Maus‑Spiel zwischen Herstellern und Gesetzgeber.

Stimulanzien und „Research Chemicals“

Neben Cannabinoiden gibt es eine große Gruppe synthetischer Stimulanzien. Sie wirken:

  • anregend
  • ecstasy‑ähnlich
  • halluzinogen

Viele dieser Substanzen sind Amphetaminderivate, die leicht chemisch verändert wurden. Online werden sie als „Badesalz“ oder „Reiniger“ getarnt, teils auch als „Research Chemicals“ – angeblich nur für Laborzwecke.

Warum die rechtliche Lage so kompliziert ist

Bislang müssen einzelne Substanzen aufwendig geprüft und einzeln verboten werden. Juristen schlagen daher vor, künftig ganze Stoffgruppen unter das BtMG zu stellen. Dadurch wären auch alle Derivate automatisch erfasst – und der Vertrieb könnte schneller unterbunden werden.

Gesundheitliche Risiken – oft unkalkulierbar

Legal bedeutet nicht sicher. Die Inhaltsstoffe sind selten deklariert, die Konzentrationen unbekannt. Das führt zu erheblichen Gefahren:

  • Atemstillstand nach Konsum hochpotenter Cannabinoide
  • Psychosen, Panikattacken und extreme Angstzustände
  • Krampfanfälle
  • Selbstgefährdung und Suizidhandlungen

„Bei einer toxikologischen Analyse fand man eine hohe Konzentration JWH‑122 und JWH‑210.“

Medizinische Notfälle sind schwer zu behandeln, weil Ärzte oft nicht wissen, welche Substanz konsumiert wurde.

Fazit

„Legal Highs“ sind keineswegs harmlose Alternativen zu illegalen Drogen. Sie bestehen aus neuen, oft extrem potenten synthetischen Wirkstoffen, deren Risiken kaum erforscht sind.

Für Konsumierende gilt: Ob legal oder illegal – diese Substanzen bergen erhebliche, teils lebensbedrohliche Gefahren.