Hauptsache perfekt – ein persönlicher Erfahrungsbericht

Der frühe Wunsch, perfekt zu sein

Schon als Kind wollte ich perfekt sein. Meine Schwester war wunderschön, die Menschen drehten sich nach ihr um. Ich war nie eifersüchtig, aber ich fühlte mich wie das „hässliche Entlein“. Meine Mutter tröstete mich mit den Worten: „Lieb sein ist wichtiger als schön sein.“

Ich versuchte danach zu leben. Sehr früh merkte ich: Wenn ich tat, was andere erwarteten, bekam ich Anerkennung. In der Laienspielgruppe spielte ich viele Rollen – das fiel mir leicht, denn ich spielte auch im echten Leben eine Rolle. Ich war jemand anderes, nicht ich selbst. Viele Jahre wusste ich nicht, wer ich wirklich war.

Ein neuer Anfang – und alte Muster

Als ich vor zwanzig Jahren Christ wurde, war ich erleichtert. Ich durfte die Liebe Christi annehmen und wusste: Er nimmt mich so an, wie ich bin. Mein Leben wurde aktiv, glücklich und sinnvoll.

Doch irgendwann schlichen sich die alten Denkmuster wieder ein. Mein Perfektionismus tauchte erneut auf. Ich versuchte, mir Gottes Liebe zu verdienen – so wie früher die Anerkennung der Menschen. Das musste scheitern. Gottes Liebe ist nicht verdienbar. Er hat uns längst angenommen.

Trotzdem bemühte ich mich mit aller Kraft, eine perfekte Christin zu sein. Vergeblich.

Der innere Druck macht krank

Meine Gedanken kreisten nur noch um mich selbst. Unbewusst baute sich Zorn und Groll gegen Menschen auf, von denen ich meinte, sie erwarteten Perfektion von mir. Das machte mich krank – körperlich krank.

Ich bekam massive Nackenprobleme, die Wirbel waren angegriffen. Drei Jahre lang nahm ich entzündungshemmende Medikamente, die wiederum Muskelschmerzen, Depressionen und Verdauungsstörungen auslösten. Eine Milchallergie kam hinzu. Dann traten Schmerzen im Nierenbereich auf. Ein Spezialist riet zur Operation – doch ich hatte weder Kraft noch Zeit.

Der Wendepunkt

Schließlich wurde mir klar: Ich brauche Hilfe. Ich suchte Beratung – und das Ergebnis war erstaunlich.

  • Ich brauche keine Medikamente mehr für meinen Nacken.
  • Die Nierenoperation ist nicht mehr nötig.
  • Die Depression ist verschwunden.
  • Ich erlebe Freiheit und Heilsein wie nie zuvor.

Ich fühle mich wie neugeboren. Es erinnert mich an den Moment vor zwanzig Jahren, als ich mein Leben Jesus Christus übergab. Jetzt habe ich seine Freiheit neu erfahren – als gelebte Wirklichkeit.

Die Maske fällt – und Heilung beginnt

Jahrelang trug ich eine lächelnde christliche Maske. Ich hätte nie zugegeben, dass ich Probleme hatte. Mein Stolz hielt mich davon ab – und ich wurde körperlich krank.

Erst als ich meinen Stolz überwand und Hilfe annahm, begann Heilung. Jetzt bin ich frei. Und diese Freiheit ist mir unendlich kostbar.

Ich bin sogar dankbar für die früheren Probleme. Ohne sie hätte ich nie diese Hilfe erfahren und keine solche Zuversicht für die Zukunft gefunden.