Drogenkonsumierende sterben früher – auch bei moderatem Konsum

Gelegentlicher Konsum ist nicht harmlos

Der Konsum von Kokain, Amphetamin oder Opiaten führt nicht zwangsläufig in eine Abhängigkeit. Viele junge Menschen experimentieren nur kurzzeitig mit Drogen und stellen den Konsum später wieder ein. Eine US‑amerikanische Längsschnittstudie zeigt jedoch: Auch gelegentlicher Konsum erhöht die Sterblichkeit im Erwachsenenalter deutlich.

„Live fast, die young“ – ein Mythos mit realem Kern

Der berühmte Spruch wird oft mit der Hippie‑Ära verbunden. Prominente wie Jim Morrison, Janis Joplin oder später Amy Winehouse starben jung an den Folgen ihres exzessiven Konsums. Doch die Studie zeigt: Selbst Menschen, die keine Abhängigkeit entwickeln, tragen ein erhöhtes Risiko.

Die Studie: 20 Jahre Lebensweg von 4.301 Personen

Über zwei Jahrzehnte hinweg wurden 4.301 Menschen begleitet, die zu Beginn zwischen 18 und 30 Jahre alt waren. Verglichen wurden:

  • Personen, die nur experimentell konsumierten
  • Personen, die bis ins mittlere Erwachsenenalter weiterhin harte Drogen nutzten

14 % hatten harte Drogen konsumiert

Von ihnen:

  • 50 % setzten den Konsum bis ins Erwachsenenalter fort
  • Die meisten konsumierten nur wenige Tage im Monat
  • Nur ein kleiner Teil war tatsächlich abhängig

Erhöhtes Sterberisiko – auch ohne Abhängigkeit

Fünffach höheres Risiko

Die Studie zeigt: Menschen, die in jungen Jahren stark konsumierten und später ein moderates Muster beibehielten, hatten ein fünffach höheres Sterberisiko als abstinent lebende Personen.

Nicht die Überdosis – sondern indirekte Folgen

Die Todesursachen waren häufig indirekte Konsequenzen des Konsums:

  • tödliche Verletzungen
  • Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen
  • gesundheitliche Langzeitfolgen
  • riskante Lebensumstände

Überdosen spielten eine geringere Rolle als erwartet.

Warnung der Forschenden

Studienleiter Stefan Kertesz betont: Auch scheinbar moderater Konsum harter Drogen ist mit einem deutlich erhöhten Sterberisiko verbunden. Drogenkonsumierende sollten sich dieser Gefahr bewusst sein – unabhängig davon, ob eine Abhängigkeit besteht oder nicht.