Unsere Selbsthilfegruppe unterstützt Betroffene und Angehörige auf ihrem Weg aus der Sucht und bietet ein breites Spektrum an Hilfen:
- Informationen über Suchtkrankheiten
- Gesprächsgruppen für Betroffene und Angehörige
- Erarbeitung individueller Hilfsmöglichkeiten
- Motivation und Neuorientierung
- Seelsorge und persönliche Begleitung
- Vermittlung in stationäre Behandlungen
- Vermittlung in Besinnungs‑, Therapie‑ und Ferienwochen
- Unterstützung beim Aufbau einer rauschmittelfreien Lebensführung
- Bereitstellung von Fachliteratur
Seelsorge – Begleitung auf drei Ebenen
Menschen mit Suchtproblemen leiden häufig unter tiefgreifenden Beziehungsstörungen. Diese betreffen drei zentrale Bereiche:
- die übermenschliche Beziehung – zu Gott
- die zwischenmenschliche Beziehung – zu Mitmenschen
- die innermenschliche Beziehung – zu sich selbst
Ungeklärte Fragen nach Sinn, Ziel, Hoffnung, Schuld und Selbstannahme können das Suchtgeschehen verstärken oder im Verlauf der Erkrankung entstehen. Sie belasten und verlangen nach Antworten.
In persönlichen Gesprächen – durch Zuhören, Verstehen und gemeinsames Erarbeiten von Lösungswegen – möchten wir auf ein befreites, selbstbestimmtes Leben hinweisen.
Hilfsregeln für die Gesprächsgruppe
Diese Regeln erleichtern den respektvollen und konstruktiven Umgang miteinander:
- Ich bin selbst verantwortlich für mein Fühlen und Handeln. Ich bestimme, wann und was ich sagen möchte.
- Ich bin mein eigener Leiter. Ich übernehme Verantwortung für mich selbst.
- Ich spreche in der Ich‑Form. Aussagen wie „man“ oder „wir“ vermeiden Verantwortung und verschleiern persönliche Gefühle.
- Wenn ich über andere spreche, sage ich auch, was das mit mir zu tun hat. Jede Aussage soll etwas Persönliches in den Gruppenprozess einbringen.
- Ich begründe meine Fragen. So wird deutlich, ob es sich um echte Fragen oder um verdeckte Botschaften handelt.
- Es spricht immer nur eine Person. Das ermöglicht Aufmerksamkeit und Klarheit. Bei mehreren Redewünschen wird die Reihenfolge abgestimmt.
- Störungen und Seitengespräche werden zuerst geklärt. Sie zeigen oft, dass jemand Unterstützung braucht, um sich einzubringen.
- Ich habe das Recht, meine Gefühle zu zeigen. Unterdrückte Gefühle hemmen den Austausch und verunsichern andere.
- Alles Gesagte bleibt vertraulich. Die Gruppe ist ein geschützter Raum, in dem Offenheit möglich sein muss.
- Bei Nichtteilnahme melde ich mich frühzeitig ab. So weiß die Gruppe, wie es mir geht und warum ich nicht teilnehmen kann.