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Aktuelle News zum Thema Gesundheit |
Partyalarm!
Das Leben ist ‘ne Party“ - finden zumindest „Die Ärzte“ in ihrem Song „Herrliche Jahre“. Manche nehmen es damit allerdings etwas zu wörtlich und feiern bei jeder Gelegenheit bis zum Abwinken. Der Karneval ist einer dieser Anlässe, der bestimmte Teile der Bevölkerung in feierliche Hochstimmung katapultiert. Alkohol ist meist mit dabei. Die einen oder anderen mischen auch Drogen oder vermeintlich harmlose Aufputscher wie Energydrinks mit dazu. Für den Körper bedeutet das Stress, der nicht immer ohne Folgen bleibt. Krankenhausstatistiken zeigen auf, dass immer mehr Jugendliche und junge Erwachsenen es mit dem Feiern so weit treiben bis der Arzt kommen - also der mit Doktortitel.
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Literatur zum Thema Sucht |
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Drogenmissbrauch im Jugendalter
Drogenmissbrauch im Jugendalter
Ursachen und Auswirkungen
Zur komplexen Problematik des Drogenmissbrauchs bei Kindern und Jugendlichen äußern sich Experten mit den Themen Psychotraumata, Pharmakologie, Hirnentwicklung, Komorbidität und spezifische Therapieansätze.
Der Drogenmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen ist ein wachsendes Problem. In immer jüngerem Alter werden jugendtypische Drogen wie Cannabis, Ecstasy und andere Amphetamine in selbstschädigendem Maß konsumiert. Die Betroffenen bringen bereits ungünstige Entwicklungsbedingungen mit wie beispielsweise frühe Traumatisierungen, die eine Suchtentwicklung begünstigen. Häufig treten Persönlichkeitsentwicklungsstörungen als Komorbidität bei suchtabhängigen Jugendlichen auf. Spezifische Behandlungsangebote für drogenkonsumierende Kinder und Jugendliche können Abhilfe schaffen. ISBN 352546228 246Seiten 22,95€ Erhältlich in der Bücherstube, Dreikönigenstr.21, 47799 Krefeld, Tel:0215128578
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Perfekt zu sein – das strebte ich von klein auf an. Ich habe eine wunderschöne Schwester. Die Leute drehen sich nach ihr um, wenn wir zusammen die Straße entlanggingen. Ich war nie eifersüchtig auf sie, aber ich war halt das „hässliche Entlein“. „Lieb sein ist wichtiger als schön sein“, sagte meine…
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Christina räumt ihren Schreibtisch auf, spitzt Bleistifte an, hängt Ordner weg. Sie schließt das Büro ab. Wieder ist sie die Letzte. Macht nichts. Daheim wartet keiner. Sie läuft den langen Gang entlang, vorbei an den verschlossenen Bürotüren.
Dieser Gang macht ihr immer etwas Angst. Sie weiß nic…
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Mocktails auf der Rheinhausener Gesundheitsmesse Duisburg. Gleich am Eingang rechts am Stand des Blauen Kreuzes, erwartete die Besucher, die schön dekorierte Mocktail-Bar.Wer die Wahl hat, hat die Qual, denn zur Auswahl standen der erfrischende
wi Twist Virgin“ich großer Beliebtheit erfre…
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-Brief der 16jährigen Sandra an ihren alkoholabhängigen Vater zum Beginn seiner stationären Behandlung-
Lieber Papa!
Weshalb ich Dir schreibe ist nicht, dass ich Dir wehtun will, sondern weil ich Dir ganz einfach im nüchternen Zustand mal vor Augen halten will, wie weh Du mir getan hast. Ich hoffe, dass Du mich jetzt, wo Du nicht mehr trinkst, verstehst!
Euer Ehestreit!
Jeden Abend, seitdem Du weg bist und ich im Bett liege, höre ich Dich und Mama laut und deutlich streiten. Genauso, wie es immer gewesen ist, wenn Du da warst.
Zuerst stand ich immer auf, um zu lauschen, mit wem Mama sich streitet. Aber oben war alles still. Legte ich mich wieder hin, hörte ich Mama oder Dich wieder schreien. Das Ganze war erst vorbei, wenn ich mir die Bettdecke über den Kopf zog. Inzwischen stehe ich nicht mehr auf, weil ich ganz genau weiß, oben ist alles ruhig. Aber die Bettdecke muß ich mir immer noch über den Kopf ziehen, sonst schlafe ich nicht ein.
Meine Scham!
Wenn meine Freunde kamen habe ich immer gedacht: Hoffentlich liegt er im Bett oder ist heute einigermaßen normal. Aber wenn Du dann doch wieder im Sessel hingst, schliefst oder gebrüllt hast, habe ich mich so sehr geschämt, jemanden mit nach Hause zu bringen. Auch fand ich es fürchterlich, wenn Du endlich zu Hause warst.
Mir war es auch immer peinlich, wenn Dich jemand im besoffenen Zustand sah. Ich glaube, unsere Nachbarn kommen deshalb nicht mehr zu uns, weil sie mitbekommen haben, was bei uns los ist.
Meine Lügen!
Ich fand es auch schrecklich, dass ich so viel wegen Dir gelogen habe. Als Du in der Psychiatrie warst, habe ich meinen Freundinnen gesagt, Du wärst zur Kur wegen Deiner Knochen.
Melanie antwortete ich auf ihre Frage nach Dir: „Was? Du hast meinen Vater schon so lange nicht mehr gesehen? Ich sehe ihn jeden Abend!“ Ich log ihr vor, Du würdest so viele Überstunden machen. Selbst wenn wir ohne Dich zu Familienfeiern gefahren sind und von Oma nach Dir gefragt wurden, mussten wir Kinder lügen. Ich konnte einfach nicht sagen: „Vater hat wieder getrunken“
Meine Angst!
Wenn Du und Mama Euch gestritten habt, habe ich immer gebetet: „Bitte, lieber Gott, lass ihn die Mama nicht schlagen“. Du bist ja viel stärker als Mama. Ich hatte so viel Angst. Danke Papa, dass Du dies nie getan hast, dass Du uns wenigstens körperlich ganz gelassen hast.
Papa sag mal, warum war ich eigentlich die einzig, mit der Du ein vernünftiges Gespräch geführt hast? Warum konntest Du dies nicht auch mit Mama? Sie wollte Dir doch helfen! Wenn Sie das nämlich nicht wollte, hätte sie dich schon längst rausgeschmissen. Du kannst von Glück reden, die Mama als Deine Frau zu haben!
Mein Misstrauen!
Am aller Schlimmsten fand ich, dass ich Dir nicht mehr vertrauen konnte. Du hast nur noch gelogen und zum Schluss musste ich wegen Dir sogar mein Zimmer immer abschließen. Gestern bin ich mit dem Bus durch W. gefahren. Dort saß ein Mann, dem ich sofort ansah, dass er ein Alkoholiker ist. Die rote aufgequollene Nase, sein rotes Gesicht, hat alles verraten. In dem Moment habe ich überlegt, ob die Leute, wenn sie Dich sahen, dies genauso gedacht haben wie ich.
Unsere Familie!
Ich fand es auch nicht in Ordnung, dass Du Dich aus unserem Familienleben total rausgehalten hast. Dich hat nichts mehr interessiert außer: “Wie komme ich an meine Flasche?“ Ich hätte gerne etwas mit Dir unternommen, aber Du wolltest nicht.
Sag mal, warum hast Du Dir eigentlich eine Familie angeschafft, wenn Dich nichts in der Familie interessiert? Du hast nicht nur Dich, sondern auch deine Familie und Dein Haus verkommen lassen. Auch Dirk wäre so gerne mal mit Dir ins Stadion gegangen, Rad gefahren oder hätte mit Dir gerne mal gesielt. Das war aber nie möglich. Denn entweder warst Du gar nicht ansprechbar oder er hörte Dein: „Nein!“
Ich hoffe, Du wirst, wenn Du wieder nach Hause kommst, für uns ein besserer Vater sein. Ich erinnere mich noch an früher, bevor Du richtig mit dem Trinken anfingst. Du warst für mich damals ein guter Vater. Ich möchte doch gerne meinen alten Vater wiederhaben. So wie er vor dem Alkoholtrinken war!
Mir tat es auch immer weh zu sehen, wenn Mama gerne etwas mit Dir allein unternommen hätte /z.B. spazieren oder zu Freunden gehen, ins Theater) es aber nicht konnte, weil Du immer betrunken warst und abgeblockt hast.
Ich dachte, Du bist Ehemann und Vater geworden, weil Du für uns da sein wolltest, etwas mit uns erleben wolltest, ja weil Du uns liebst. Stattdessen habe ich das Gefühl, Du wolltest uns nur, um Pascha zu spielen und uns zu tyrannisiere. Ist das wirklich so? Ich hoffe nicht!
Meine Hoffnung!
Papa, ich habe Dich doch trotz allem lieb und möchte Dich nicht verlieren! Du weißt, was alles auf dem Spiel steht, wenn Du es dieses Mal in Radevormwald nicht schaffst. Du wirst alles verlieren!
Ich glaube aber an Dich. Du wirst es schon schaffen. Der Alkohol ist nicht das Leben. Du wirst sehen, wie toll das Leben ohne Alkohol ist.
Wir, Deine Familie, werden Dir sehr dankbar sein, wenn Du es schaffst. Du musst es nur wollen und Mut und Hoffnung haben. Natürlich wirst Du jetzt viel Kritik hinnehmen und Dir vieles anhören müssen, was Dir wohl gar nicht gefällt.
Oh Gott, ich höre mich schon wie eine Psychologin an und mache wohl besser mal Schluss.-
Ich musste das Ganze einfach mal loswerden. Im Rausch hast Du ja gar nicht mehr gemerkt, was Du tatest. Ich hoffe, Du siehst es jetzt ein, dass Dein Verhalten nicht richtig war.
Ich wünsche Dir viel, viel Mut! Mach‘s gut
Deine Sandra
PS: Ich hab Dich lieb! Du wirst es schon schaffen!
Wir möchten Dich durch unsere Liebe, unser Vertrauen in Dich und unsere Hoffnung an Dich stärken. Helfen kannst Du Dir aber nur alleine. Du weißt doch: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!
Papa, ich glaube fest an Dich. Du hast bestimmt diesen Willen und dadurch schaffst Du es. Du musst Dir immer wieder selbst Mut zusprechen wie z.B.: „Ich will, also schaffe ich das auch!“
Daran glaubt
Deine Sandra
In den letzten Wochen ist mir erneut klar geworden, wie wichtig der eigene Wille zur Abstinenz ist – und den hatte mein Vater leider, leider nicht mehr. Das hat er uns als Familie oft zu verstehen gegeben – selbst während seiner Therapie. So begann ich damals schon daran zu zweifeln, dass Vater seine Probleme in den Griff bekommt. Nur wagte ich nicht, es auszusprechen.
Meine Gefahr, abzurutschen
Jetzt – zehn Jahre später, wird mir erst so richtig bewusst, welche Wunden diese Erlebnisse in mir gerissen haben.Sie haben mein Leben geprägt mit allen Höhen und Tiefen. Mein Vater hat sich totgesoffen. Als er starb, war ich siebenundzwanzig Jahre alt. Eigentlich habe ich bis heute weder den Tod von meinem Vater noch den Krebstod meiner Mutter richtig verarbeitet. Die Gefahr abzurutschen ist bei mir immer gegenwärtig. Gerade in solchen Stunden denke ich viel über meinen Vater nach, über sein Leben, sein Verhalten und die schlimmen Konsequenzen. Wie oft kommt mir dann in den Sinn: „Ist doch alles egal, ich will nicht mehr, wozu das alles?“ Ich brauche selbst dringend Hilfe!
Unser Familiendrama
Wir sind eine Große Familie, doch entweder zerstritten, verheuchelt oder verlogen. Die Familie väterlicherseits hat sich schon immer von uns distanziert. Großvater war fest davon überzeugt, dass Mutter und wir Kinder daran „schuld“ waren, dass Vater gesoffen hat. Diese Sicht hat er an die restlichen Familienmitglieder weitergetragen. Niemand wollte dann mehr etwas mit uns zu tun haben. Dabei haben Opas Vater und auch dessen Vater alle gesoffen wie Löcher und ihre Familien ohne Ende schikaniert. Heute bin ich davon überzeugt, dass sich der Alkoholmissbrauch wie ein roter Faden durch unsere Familiengeschichte zieht. Aber auch in der Familie meiner Mutter ist einiges im Argen. Sie sind eben verlogen bis auf die Knochen, alles Verhalten ist geheuchelt. Als meine beiden Schwestern eine Psychotherapie machten, habe ich schmerzlich erfahren, dass beide im Alter von neun und zehn Jahren von meinem Opa vergewaltigt worden sind. Das war ein Schock für mich. Für mich brach eine Welt zusammen. Als ich davon erfuhr, bin ich wie angestochen wochenlang durch den Tag gerannt.Ich wollte, dass mein Opa mir Rede und Antwort steht, dieses Schwein! Doch es ist zwecklos. Oma und Opa sind inzwischen weit über achtzig und warten nur darauf, dass es zu Ende geht.
Ich habe Angst
Ins Leben meiner Schwestern ist Dank der gelungenen Therapie inzwischen Ruhe eingekehrt. Der Weg dahin war sehr schwer für sie. Ich habe den Neubeginn noch vor mir und ich habe Angst davor. Ich weiß nicht, was noch alles auf mich zukommt und wie ich mit den neuen Erfahrungen umgehen werde. Eines weiß ich jedoch mit Sicherheit: Wenn der Moment kommt, wo ich von dieser Erde einmal Abschied nehmen muss, möchte ich mit Freude gehen, weil ich weiß, dass ich mein Leben gelebt und genossen und nicht einfach weggeschmissen habe. Mit dem Tod meiner Eltern ist ein großer Brocken ins Rollen gekommen. Ich sehe hierin auch etwas Positives. Uns Kindern ist die Möglichkeit gegeben worden, dem unseligen Schweigen ein Ende zu setzten. Und wir nehmen diese Chance dankend an. Wären meine Eltern offener gewesen, mehr aus sich herausgegangen, dann hätten sie es einfacher gehabt. Doch aus Angst, ihre angeblich „heile Welt“ könnte zerstört werden, ließen sie niemand in ihr Inneres schauen.Lieber zerstörten sie sich selbst – Vater hat sich totgesoffen und Mutter hat sich vom Krebs zerfressen lassen. Das war ihr Leben.
Ich darf nicht klagen
Eigentlich darf ich mich nicht beklagen, denn ich habe einen Job, eine Wohnung auf dem Lande, einen Freund, der in allen Lebenslagen bisher zu mir gestanden hat, weitere Freunde, auf die ich mich verlassen kann, eine Nichte von drei Monaten, die mein ganzer Stolz ist – aber ich bin trotzdem unzufrieden und nicht glücklich. Ich komme mit meinem Leben nicht gut klar und der Tod meiner Eltern sitzt mir noch so tief in den Gliedern, dass ich es nicht mehr allein geregelt bekomme. Ich bin mir seit einiger Zeit darüber im Klaren, dass ich vieles verdrängt habe, nicht wahrhaben wollte und immer nach Ausreden gesucht habe, um Entschuldigungen für meine Beschwerden zu finden. Bloß nicht über mich selbst, über das eigene Leben nachzudenken.
Alarmsignale
Ich ertappe mich jetzt oft dabei, dass ich aus Verzweiflung viel Alkohol trinke.Das macht mich ausgeglichen und lustiger. Aber am nächsten Tag geht es mir dann umso schlechter. Dann sehe ich die Parallele zum Verhalten meines Vaters und sage mir: „Nein, so will ich es eigentlich nicht machen!“ Anderseits denke ich in meinem tiefsten Inneren: „Papa, ich verstehe dich ja – wenn gar nichts mehr geht, dann greif zur Flasche, das ist ja so einfach!“ Doch gleichzeitig wird mir immer häufiger bewusst: Das kann und soll nicht die Lösung sein. Es ist ein Teufelskreis.
Ich werde es schaffen!
Ende letzten Jahres ging es mir so schlecht, dass ich glaubte, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Nach verzweifelter Suche, ob meine Beschwerden organisch verursacht sind, entschied ich mich endlich für eine psychosomatische stationäre Behandlung. Das wird ein langer und harter Weg, aber ich möchte ihn gehen – im Gegensatz zu meinem Vater, der zwar um des lieben Friedens willen die Therapie über sich hat ergehen lassen, sie aber innerlich gar nicht wollte. Ich bin bereit, der Wahrheit und den Gefühlen ins Auge zu sehen. Lange genug habe ich alles in mich reingefressen. Ich will mein Leben nicht so einfach wegschmeißen wie eine leere Flasche. Und ich werde es schaffen, daran glaube ich!
Mit freundlicher Genehmigung! Aus dem Buch "Das schaffen wir" Hrsg. Werner Brück Erhältlich im Blaukreuzverlag
Wie eine Angehörige versucht, die Vergangenheit anzunehmen und die Sorgen abzugeben!
Lautstark oder durch Zettelchen an der Weinflasche hat sie versucht, mit ihrer alkoholkranken Mutter zu sprechen. Nichts half, bis sie und ihre beiden Geschwister ans Ende ihrer Kräfte gelangen. Mit Hilfe der Blaukreuz-Gruppe in Krefeld lernt die 22-Jährige, nicht weiterhin die Verantwortung für das Verhalten der Mutter zu tragen. Sie ist Christin geworden, versucht ihre Vergangenheit zu akzeptieren, und will irgendwann ihrer Mutter vergeben können. Sie schreibt:
Bei uns zu Hause war es anders als bei meinen Freunden. Meine beiden Geschwister und ich mussten nicht pünktlich zum Essen zu Hause sein. Meine Mutter rief auch nicht ständig an, um sich nach uns Kindern zu erkundigen. Sie schlief viel und trank viel Wein.
Als Jugendliche verstanden wir mehr und mehr, was mit unserer Mutter passierte. Wir beobachteten ihr Trinkverhalten und unterhielten uns darüber miteinander. Mit unserer Mutter selbst redeten wir auch und sogar mit einer Freundin von ihr. In den Gesprächen schimmerte Hoffnung, aber immer wieder wurden wir enttäuscht. Es änderte sich nichts.
Besonders peinlich war die Konfirmation meiner jüngeren Schwester vor sechs Jahren. Mama stank fürchterlich nach Wein. Sogar auf den Fotos erkennt man, dass sie angetrunken war. Ich habe mich für sie geschämt.
Immer seltener brachte ich Freundinnen mit nach Hause und ich entwickelte viel Fantasie beim Erfinden von Ausreden und Lügengeschichten. Auch lernte ich zu schauspielern, damit keiner merkte, wie schlecht es mir bei dem Gedanken an zuhause ging. Oft lag ich abends im Bett und dachte darüber nach, wie es wäre, wenn Mama die Treppe herunterstürzt oder einen Autounfall hat, weil sie so betrunken ist.
Enttäuschungen und Lügengeschichten
Eines Nachts wurde ich von einem lauten Scheppern wach. Ich sprang aus dem Bett und rannte ins Wohnzimmer. Mama war gefallen. Ich half ihr hoch und brachte sie ins Bad. Ihr Anblick, ihr Geruch, es war ekelhaft. Ich war wütend und traurig zugleich. Die ganze Zeit als sie sich umzog und ihre Zähne putzte, stand ich daneben und hielt sie fest, damit sie nicht wieder umfiel. Das war wohl das schlimmste Ereignis mit meiner alkoholisierten Mutter. Zurück in meinem Bett konnte ich die Tränen nicht mehr bremsen und ich betete zu Gott um Hilfe.
Meine Mutter lernte einen Mann kennen, wenige Monate später zog er bei uns ein. Nun trank sie abends mit ihm zusammen. Mein großer Bruder zog von zu Hause aus und von da an waren meine Schwester und ich allein zu Haus mit zwei Erwachsenen, die jeden Tag Alkohol tranken. Wir kontrollierten alles, was sie trank. Auch ihr morgendlicher Tomatensaft roch nach Wein.
Das Weihnachtsfest vor zwei Jahren sollte ein Familienfest werden. Doch es wurde zum Fiasko. Während mein Bruder das Essen kochte und wir anderen in die Kirche gingen, lag meine Mutter im Bett. Sie sah schrecklich aus. Beim Abendessen stand sie auf, ging zur Toilette und musste sich übergeben. Ich war fassungslos und am Ende meiner Kräfte. Doch nun sahen nicht nur meine Geschwister und ich, sondern auch die anderen Gäste, was mit meiner Mutter los war. Das tat gut. Sie empfahlen ihr, zum Arzt zu gehen. Und ich befolgte den Rat einer Bekannten und nahm Kontakt mit der Blaukreuz-Gruppe in Krefeld auf.
Weniger Schweigen und mehr Gefühlsäußerungen
Meine Schwester und ich besuchten die Gruppenstunde. Es war komisch. Alle sahen uns an. Es gab nur wenige Angehörige und wir waren mit Abstand die Jüngsten. Als wir von unserer Mutter erzählt hatten, redeten alle auf uns ein. Aber wir gingen auch in der nächsten Woche wieder zu diesem Treffen.
Ich lud auch meine Mutter zur Blaukreuz-Gruppe ein, aber sie wollte nicht. Ich begann, sie anzuschreien. Es nützte nichts. Irgendwann beschloss ich, ihr meine Gefühle per Zettelchen mitzuteilen. Jeden Morgen klebte ich ihr einen Papierschnipsel auf ihre Weinflasche im Kühlschrank. Darauf stand zum Beispiel: "Warum machst du dich so kaputt?", "Ich verstehe dich nicht.", "Ich liebe dich." oder "Wir können dir helfen."
Die Zeit veränderte etwas, meine Schwester und ich veränderten uns. Das Schweigen und die Lügen wurden weniger. Mir ging es besser. Ich suchte mir eine eigene Wohnung und einige Zeit später zog auch meine jüngere Schwester zu mir. Wir hatten immer alles gemeinsam durchgestanden und das würden wir auch künftig schaffen.
Offenheit als Lösungsweg
Die Blaukreuz-Gruppe hat uns sehr geholfen. Sie ist für uns ein Ort, an dem wir reden und verstehen können. Das ist der beste Weg, um die vielen Erlebnisse und Gefühle aufzuarbeiten. Da ist das Gefühl, nicht geliebt zu werden, keine Familie zu haben, eine riesige Verantwortung zu tragen, immer helfen zu wollen. Mittlerweile sind wir auch in Einzeltherapie.
Wir sind nicht allein. Mit unseren Onkel, Tanten und Großeltern reden wir über die Alkoholkrankheit unserer Mutter, sogar vor Freunden und Arbeitskollegen trauen wir uns, die Sucht in der Familie anzusprechen. Wir sind wirklich nicht allein, denn infolge unserer Offenheit erfahren wir von vielen anderen, dass sie dieses Problem kennen.
Neuanfang im Denken und im Glauben
Ich lerne damit zurechtzukommen, dass ich keine Mutter habe, mit der ich einkaufen gehen oder ein normales Gespräch führen kann. Ich versuche, mir nicht ständig Gedanken und Sorgen um meine Mutter zu machen. Ich begreife Schritt für Schritt, dass ich ein wertvoller Mensch bin und dass ich mir die Liebe nicht erarbeiten kann, nach der ich mich so sehr sehne.
Für die Existenz des Blauen Kreuzes bin ich sehr dankbar. Die Leiter der Begegnungsgruppe sind Christen. Anfang 2007, nachdem ich ein Jahr lang in die Gruppe kam, haben sie mich besucht und mir von Jesus erzählt. In einem gemeinsamen Gebet habe ich mein Leben Jesus anvertraut. Das war der schönste Tag in meinem Leben.
Mit der Hilfe Jesu kann ich heil werden und mit der Hilfe der Menschen aus der Blaukreuz-Gruppe kann ich lernen, mich so zu verhalten, dass es mir gut geht. Ich liebe meine Mutter sehr. Jeden Tag denke ich an sie und bete für sie. Falls sie mich irgendwann um Vergebung bittet, möchte ich ihr sagen können, dass ich ihr schon längst vergeben habe. Aber wenn das niemals passieren sollte, ist es nicht schlimm. Wichtig ist, dass ich mit dem zurechtkomme, was mir passiert ist.
Das lerne ich gerade!
Christina räumt ihren Schreibtisch auf, spitzt Bleistifte an, hängt Ordner weg. Sie schließt das Büro ab. Wieder ist sie die Letzte. Macht nichts. Daheim wartet keiner. Sie läuft den langen Gang entlang, vorbei an den verschlossenen Bürotüren.
Dieser Gang macht ihr immer etwas Angst. Sie weiß nicht warum. Unterwegs kauft sie ein wenig zum Abendbrot ein, ein halbes Brot, etwas Aufschnitt. Und drei Flaschen Sekt. Sie kann es sich leisten. Andere sitzen abends zu zweit bei Kerzenschein, hören Musik und trinken doch auch. Es gibt keinen Grund, auf ein Glas Sekt zu verzichten, nur weil sie alleine lebt. Christina will es sich heute Abend richtig gemütlich machen. Sie zündet die schmalen Kerzen in dem Messingleuchter an, schaut in das flackernde Licht, träumt. Nach dem zweiten Glas Sekt spürt sie wohlige Wärme in sich aufsteigen und fühlt sich schon viel entspannter. Als es an der Wohnungstür klingelt, lässt sie mit wenigen raschen Bewegungen die Sektflasche verschwinden, tauscht sie blitzschnell mit Selters aus der Küche, öffnet dann. Die Nachbarin ist es. Ob sie ihr einen Zwanziger wechseln könne, sie wollte sich noch am Automaten Zigaretten holen. „Natürlich, bitte, kommen Sie einen Augenblick herein!“ Später holt Christina den Sekt wieder hervor. Warum eigentlich die Heimlichtuerei? Sie weiß es selber nicht. Andere trinken doch auch! Christina schenkt nach. Bald ist die Flasche leer. Zeit, ins Bett zu gehen. Die schläfrig machende Wirkung des Sekts bleibt diesmal aus. Lange liegt Christina noch wach. Am folgenden Morgen fühlt sie sich elend. Diese Gleichgewichtsstörungen. So kann sie auf gar keinen Fall arbeiten. Christina ruft in der Firma an: „Ja das alte Leiden, der Kreislauf, Wahrscheinlich das Wetter, Schwindelgefühl. Ja, ich gehe noch heute zum Arzt. Ich melde mich danach.“ Das Wartezimmer ist fast leer. Auf dem Tisch liegen Zeitungen und Broschüren. Das Foto auf einem Faltblatt lenkt ihre Aufmerksamkeit auf sich. Es zeigt einen weiten gepflasterten Platz und rechts oben in der Ecke einen Menschen, der auf seinem Schatten zurückblickt. „Du kannst nicht über deinen Schatten springen“, geht es Christina durch den Kopf. Sie greift nach dem Faltblatt, um sich ein wenig abzulenken. Aber als sie liest, um was es da geht, erstarrt ihr Blick. Es ist ein „Fragebogen für Alkoholkranke“. Hat der Arzt das für sie…..? Ist das Absicht? Wie kommt der überhaupt darauf! Eine bodenlose Gemeinheit! Die nächste Patientin wird aufgerufen. Christina spürt, dass ihr die Handflächen feucht werden. Auch unter den Achseln schwitzt sie plötzlich stark und am Rücken. Sie muss hier raus, hier bekommt sie ja kaum noch Luft. Hastig springt Christina auf. Sie greift das Blatt. Nicht, dass ein anderer mitbekommt, was da vor ihrem Platz gelegen hat. Sie steckt es in die Handtasche und verlässt die Arztpraxis, als sei sie auf der Flucht.
„Mich betrifft das eigentlich gar nicht, jedenfalls nicht richtig“, versucht Christina sich zu Hause zu beruhigen. „So schlimm ist das mit mir nicht. Da gibt es ganz andere. Ich kann jederzeit aufhören. Was rege ich mich auf? Ich bin doch keine Säuferin.“ Sie sucht nach einem Stift. Das Blatt fordert sie auf, zutreffendes anzukreuzen. Insgesamt sind es achtzig Fragen. Anfangs scheinen sie recht harmlos. Eberhard Rieth, der diesen Fragebogen entwickelt hat, spricht von der voralkoholischen Phase, vom Erleiterungstrinken. Er holt weit aus. Aber von Frage zu Frage zieht sich das Netz enger Zusammen. Christina hat den Stift nicht benutzt. Wozu auch? Nein, ganz so schlimm ist es mit ihr noch nicht. Noch keine Trugwahrnehmungen. Sie ist doch keine Säuferin. Richtige Säufer, das sind die Penner im Stadtpark. Sie hat Arbeit, und die tut sie zuverlässig, seit zweiunddreißig Jahren. Alles ganz korrekt. Sie hat eine nett eingerichtete Wohnung. Sie hat noch nie in einer der Kneipen der Kleinstadt gesessen oder gar betrunken in der Gosse gelegen. Sie doch nicht. Mal ein Gläschen Sekt oder zwei, das ist doch nichts Schlimmes. Sie kann dann einfach besser schlafen. Und den Schlaf braucht sie doch. Christina wehrt sich gegen den Gedanken, vom Alkohol abhängig zu sein. Und doch findet sie keine Ruhe mehr. Sie hat es ja längst gemerkt: Sie trinkt anders als andere. Sie trinkt heimlich. Sie sorgt für Reserven. Sie versteckt die Flaschen vor unliebsamen Augen. Sie braucht Sekt und Wein und auch hin und wieder ein Glas Wodka, um gegen die depressiven Stimmungen anzugehen. Sie hält das Alleinsein nicht anders aus. Sie hält den Stress nicht anders aus. Sie hält sich selber nicht anders aus. Sie kann nicht einschlafen ohne Schlaftrunk. Sie kann nicht in den Tag gehen ohne Muntermacher. Kontrollverlust? Süchtig? Mit diesen Wörtern kann sie nicht viel anfangen. Fest steht, wenn sie nicht aufpasst, geht es bergab mit ihr. Doch geht es das nicht längst?
Also Schluss damit. Christina sucht alle Flaschen zusammen. Sie lässt den Korken knallen zur Feier des Tages, schenkt sich ein Glas ein, ein letztes, schluckt, schaut zu, wie der restliche Sekt in das Abwaschbecken fließt, nein, es ist nicht schade darum. Sie wird es sich beweisen, dass es auch so geht. Sie wird es diesem Eberhard Rieth beweisen. Schluss damit! Einsamkeit, Schlaflosigkeit, Depressionen, Stress, Probleme – nichts davon lässt sich einfach wegkippen. Christina weiß das und sie hat Angst davor. Sie hat Angst, wieder zu trinken. Sie hat Angst, ohne Alkohol in der Angst zu ertrinken. Und dann diese furchtbare Unruhe. Christina zwingt sich, nicht zu trinken. Sie nimmt Medikamente, die den gleichzeitigen Alkoholgenuss verbieten. Das soll ihr helfen, stark zu bleiben. Aber sie ist nicht stark. Sie fühlt sich schwach. Sie fühlt sich klein. Sie fühlt sich wertlos. Immer häufiger schluckt sie Tabletten, mal diese, mal jene, um sich zu beruhigen, um schlafen zu können, um arbeiten zu können. Und bald kann sie ohne diese Tabletten keine Nacht mehr schlafen, keinen Tag mehr arbeiten. Sie kann nicht mehr leben ohne die kleinen runden Lebenshilfen. Was nützt es, zu heulen und die Dinger im Klo herunterzuspülen? Im nächsten Moment läuft sie ja doch wieder los, um sich in der Apotheke neue zu besorgen. An solchen Tagen hasst sie sich. Diese Tage werden häufiger.
„Siehe ich mache alles neu.“ Fünf Wörter. Christina liest sie auf dem Weg in die Firma im Schaukasten der Stadtkirche. Der Satz beschäftigt sie. Alles neu. Das wäre schön! Wenn das ginge! Christina bleibt stehen. „Jeder ist herzlich eingeladen“, liest sie. „Für Menschen die ihrem Leben einen neuen Sinn geben wollen.“ Warum soll sie nicht einmal hingehen? Zeit hat sie genug. „Und das Vaterunser bekomme ich auch noch zusammen“, denkt Christina, als sie abends die Kirche betritt. Ganz hinten sucht sie sich einen Platz. Sie fühlt sich etwas fremd unter den anderen. Trotzdem geht sie am nächsten Abend wieder hin. Sie bleibt auch zu den Gesprächsrunden hinterher, allerdings eher als stille Zuhörerin. Es kommt ihr vor, als hätte sie sich in einem Fadengewirr verstrickt. Einsamkeit, Alkohol, Tabletten. Die Fäden ziehen sich mehr und mehr zu.
Fünf Monate später. Seit zehn Wochen geht Christina regelmäßig zu einer Suchttherapeutin. Die hat sie bei einem der Vortragsabende kennen gelernt. Hinterher war sie einfach sitzen geblieben, auch noch, als alle anderen nach Hause gingen. Sie blieb. Sie wagte vorsichtig ein paar Fragen. Sie fasste Vertrauen. Nun geht sie regelmäßig zur Beratung, schon die zehnte Woche. Sie hat in der Zeit viel über sich selbst erfahren und über Suchtverhalten. Sie weiß jetzt, dass Alkoholismus eine unheilbare Suchtkrankheit ist und dass sie diese Sucht auf Tabletten verlagert hat – bis zum nächsten Rückfall. Sie erkennt: So kann nichts Neues gelingen. Was notwendig ist: Ihr Leben braucht einen neuen Inhalt. Christina ist selbstsicherer geworden durch die Gespräche. Es tut ihr gut, dass einer zuhört und sie versteht, sie annimmt und konfrontiert. Ja auch konfrontiert: Mit der Vergangenheit. Mit Schuld. Mit ihren Ängsten und Ausflüchten. Sie spürt, dass in ihrem Leben allmählich etwas neu wird. Sie ahnt, sie wird noch einen weiten Weg zu gehen haben. Gut, dass sie ihn nicht alleine gehen muss. Neben ihr ist die Suchttherapeutin. Und sie geht den Weg gemeinsam mit einer Blaukreuz-Gruppe. In der Gemeinschaft ist es leichter, der Sucht zu wiederstehen.
Es ist Donnerstag. Um neunzehn Uhr beginnt die Therapiestunde. Christina räumt ihren Schreibtisch auf. Sie schließt das Büro ab. Sie läuft beschwingt den langen Gang entlang. Die verschlossenen Türen jagen ihr keine Angst mehr ein.
Für sie hat sich eine andere Tür geöffnet.
Mit freundlicher Genehmigung! Aus dem Buch "Das schaffen wir" Hrsg. Werner Brück Erhältlich im Blaukreuzverlag
Am frühen Morgen, fünf Minuten vor sechs, es wurde gerade hell, da brachten sie ihn. Zwei Männer führten ihn. Er stammelte wirres Zeug. Sein Hemd hing heraus. Jetzt sah ich es mit eigenen Augen:Das war also der Grund, warum es am Abend öfter ein Geschrei gab. Was ich befürchtet hatte, war nicht mehr verdrängbar.
Eine andere Situation. In einer halben Stunde gibt es die Spätnachrichten. Meine Schwester und ich sind bereits im Bett. Papa ist wieder weg. Ich kann nicht einschlafen, solange er nicht zurück ist. Unten läuft der Fernseher. Da kommen Schritte. Ich höre, wie die Haustürklinke niedergedrückt wird. Ist er es? Hoffentlich oder auch nicht! Mutter macht auf. Er ist es! Er mosert schon wieder im Flur herum. Die Stimmen werden lauter. Ich verstehe bloß Wortfetzen. Dann kommt die Tante, Papas Schwester, zu uns ins Zimmer. Ich stelle mich schlafend, horche aber noch genauer hin. Jetzt geht jemand die Treppe hoch. Es ist Mutter. Ich höre, wie sie schnell geht. Dann ist Stille. Er muss noch unten sein. Ist er eingeschlafen? Soll ich runtergehen und ihn wecken, oder soll ich so tun, als müsste ich aufs Klo und dabei nach ihm schauen? Oder soll ich jetzt nicht endlich einschlafen? Da geht unten die Türe. Er kommt die Treppe hoch, schwerfällig, und dann auf die Tür meines Zimmers zu. Ist sie abgeschlossen? Oh, mein Gott, sie ist nicht abgeschlossen! Was mache ich denn, wenn er jetzt reinkommt, wie beim letzten Mal? “Bitte, lieber Gott, mach, dass er nicht reinkommt!“ Er geht vorbei. „danke, lieber Gott!“ Die Tür zum anderen Zimmer knallt. Dann ist Ruhe. Endlich1
Ein anderer Tag. Vater kommt gerade heim. Ich beeile mich mit dem Essen. Ich will fertig werde, bevor er wieder anfängt zu „predigen“, und will mich dann verziehen. Ich kann sein Predigen und das Geschrei nicht mehr hören. Er kommt herein, setzt sich hin, grinst widerlich und stinkt ekelig aus dem Mund. Es würgt mich. Erbrechen könnte ich mich! Aber er scheint guter Laune zu sein. Es geht heute wohl ohne Streit ab. Oder? Er fängt an übers Fernsehprogramm zu lamentieren, wie man sich sowas überhaupt anschauen könne. Niemand von uns erwidert etwas. Es ist so sinnlos, wie gegen eine Schallplatte anzureden. Ich gehe in mein Zimmer will Musik hören, richtig schön laut und dabei alles vergessen und verdrängen. Aber es klappt nicht so richtig. Immer wieder drehe ich die Musik leise, horche nach unten, ob es krach gibt, ob ich helfen muss, ob meine Mutter mich braucht. Aber es passiert lange Zeit nichts. Ich gehe nach unten und schaue fern. In Wirklichkeit aber will ich sehen, was los ist. Die Anderen tun so, als ob Vater Luft wäre. Er sitzt am Tisch, den Kopf in den Händen. Als er etwas sagen will, merke ich, dass er weint, so richtig jämmerlich weint. Ich schaue fragend zu den anderen hin. Die lassen sich davon nicht beeindrucken. Nun beginnt es in mir zu wühlen. Ich gehe wieder nach oben zu meiner Musik. Ich lasse sie laut spielen, aber ich höre nicht hin. Ich liege auf dem Bett und weine auch, richtig jämmerlich! Was hat er da zum Schluss gesagt? Nun hätten wir es endlich geschafft! Wir hätten ihn da wo wir ihn hinhaben wollten, am Boden. Ja er liegt am Boden. Aber nun soll ich auch noch daran Schuld sein? Ich kann es nicht ertragen so einen ungerechten Vater zu haben.
Ein andermal. „Ihr habt keine Ahnung, wie es in der Welt aussieht“, lamentiert mein Vater wieder. „Das siehst du doch selber am wenigsten. Du kennst nur das Wirtshaus und deine Kumpane. Du bist ja dauernd betrunken. Du bist gar nicht mehr nüchtern“, gebe ich zurück. „Und du musst erst einmal Geld verdienen, bevor du solche Ansprüche stellst.“ – „Ja, das ist es, was du mir immer vorwirfst, weil du mir das Studium nicht gönnst. Du würdest die paar Mark, die ich von dir bekomme, am liebsten auch noch versaufen.“ Er: „ich kann mit meinem Geld machen was ich will. Das geht dich gar nichts an, verstehst du! Verdiene erst mal was, dann kannst du mitreden, oder ist es dir schon mal schlecht gegangen? Du hast doch alles, was du brauchst!“ – Nein, ich brauche inen Vater!„ Ich bin verzweifelt, weine und renne fort. Andere Kinder sind stolz auf ihren Vater und sagen es auch. Und ich? Ich muss mir von ihm sagen lassen, dass ich ihn zugrunde richte, obwohl er doch in Wirklichkeit uns zugrunde richtet. Nein, einem solchen Menschen kann ich kein Vertrauen entgegenbringen, keine Liebe schenken, ihm nicht glauben, ihn nicht ernst nehmen. Vor einiger Zeit gab ich ihm den Mündigkeitsstatus eines Fünfjährigen. Ich begann, über ihn zu lächel. Seitdem habe ich eigentlich keinen Vater mehr. Von da an war ich erwachsener als er.
Mit freundlicher Genehmigung! Aus dem Buch "Das schaffen wir" Hrsg. Werner Brück Erhältlich im Blaukreuzverlag
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Info's zur SHG |
Wir sind eine Selbsthilfegruppe, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt wird. Wir können nicht ausbilden und auch keine Praktikanten einstellen
Am 21.05.2012 findet die nächste Gruppenvorstellung im Alexianer Krankenhaus in Krefeld statt.
Neben unserem Angebot von Gesprächskreisen, haben sich Gruppenteilnehmer zu verschiedenen Interessengruppen zusammengefunden.
Darunter auch eine Kreativgruppe, in der die Teilnehmer z.B. Malen, Basteln.
Durch die wachsende Anfrage von Angehörigen an Information über Suchtkrankheiten, haben wir seit mehreren Jahren, neben den Gruppen für Betroffene, auch eine spezielle Gruppe für Angehörige.
Die Begegnungsgruppen treffen sich jeden Donnerstag von 19:30Uhr bis 21:30Uhr auf der Steckendorfer Str. 68-70 in 47799 Krefeld
Bei Voranmeldung besteht die Möglichkeit eines Vorgespräches ab 19:00Uhr.
Tel: 02158 400502
Mobil: 01778455839
Wir sind eine Selbsthilfegruppe, die von ehrenamtlichen Mitarbeitern geführt wird. Wir können nicht ausbilden und auch keine Praktikanten einstellen
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Darunter auch eine Kreativgruppe, in der die Teilnehmer z.B. Malen, Basteln.
Durch die wachsende Anfrage von Angehörigen an Information über Suchtkrankheiten, haben wir seit mehreren Jahren, neben den Gruppen für Betroffene, auch eine spezielle Gruppe für Angehörige.
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Darunter auch eine Kreativgruppe, in der die Teilnehmer z.B. Malen, Basteln.
Durch die wachsende Anfrage von Angehörigen an Information über Suchtkrankheiten, haben wir seit mehreren Jahren, neben den Gruppen für Betroffene, auch eine spezielle Gruppe für Angehörige.
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Herrnhuter Losungen |
Montag, 21. Mai 2012
Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.
Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.
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